Arbeit am Tonfeld ®

Methode

Die Methode Arbeit am Tonfeld ® ist eine differenzierte Entwicklungsbegleitung, die mit Hilfe von Ton positiv korrigierend, unterstützend und fördernd auf die Beziehungs-, Handlungs- und Emotionsentwicklung wirkt. Im Fokus steht die Förderung der Vertrauensentwicklung in Beziehungen, eingebettet in das unmittelbare Berührungserleben mit dem Ton. Durch die Koppelung stimmiger Beziehungserfahrungen und gleichzeitiger Wahrnehmungen des eigenen Körpers mit seinen Grenzen und Bewegungen, kann ein positiver und beruhigender Einfluss auf die gesamte Affektregulierung und die Selbstsicherheit erzielt werden. Das Greifen, Tasten und Berühren der Hände im Tonfeld gibt Aufschluss über erlernte Beziehungsmuster, die besonders in der Kindheit mit den ersten Bezugspersonen erlebt und verinnerlicht wurden. Diese lebensgeschichtlichen Erfahrungen bilden u.a. die Basis für die Entwicklung der Selbstsicherheit und das Erleben und Gestalten von Beziehungen, auch im späteren Leben. Während des Tonfeldsettings werden durch gezielte Interventionen auf sinnlich sensomotorischer Ebene, individuelle Greif-, Berührungs- und Handlungsmuster aufgegriffen und unterstützt, die zu einer unmittelbaren und wohltuenden Rückwirkung im Leib führen. In diesem haptischen Bewegungsspiel der Hände können sowohl stärkende als auch konflikthafte Faktoren bearbeitet werden. Auf diese Weise bietet die Arbeit am Tonfeld ®, die Möglichkeit Veränderungen im Wahrnehmungs- und Erlebensbereich zu entwickeln. Dadurch wird der Mensch in die Lage versetzt, einen individuellen stimmigeren Umgang mit sich selbst und seiner aktuellen sozialen Umwelt zu bilden und die eigene Handlungskompetenz aufzubauen und/oder wieder zu erwerben.

Informationen zur Methode finden Sie in unserem Flyer und unserem Einlegeblatt zur Arbeit am Tonfeld ® sowie unter tonfeld.de.

Setting

Das Tonfeld ist ein flacher viereckiger Kasten, der daumentief mit weicher formbarer Tonerde gefüllt ist. Daneben steht eine Schale mit Wasser. Der Tonfeldbegleiter sitzt in der Regel seitlich daneben oder gegenüber und begleitet emotional wie sprachlich das Bewegungsspiel der Hände. Kinder arbeiten gewöhnlich mit geöffneten Augen, Erwachsene halten ihre Augen geschlossen, so dass das haptische Erleben der Hände fokussiert werden kann und deutlicher wahrnehmbar wird. Die Dauer einer Tonfeldstunde beträgt 45 Minuten und wird mit Video aufgezeichnet. Die Arbeit am Tonfeld ® ist eine eigenständige entwicklungsfördernde Methode, die im Besonderen in der haptischen Wahrnehmung ansetzt. Der haptische Sinn umfasst das Berühren, Tasten und Greifen der Hände und deren Vermögen mit der Welt in Kontakt zu treten. In der Arbeit am Tonfeld ® zeigt sich dies im Spiel der Hände und im Umgang mit der Tonerde. Der Schwerpunkt der Methode Arbeit am Tonfeld ® liegt auf Entwicklungsbegleitung und -förderung. Wir bieten keine Heilbehandlung im Sinne des Heilpraktiker- oder Psychotherapeutengesetzes an.

  • Einzelbegleitung, Selbsterfahrung nach Vereinbarung
  • Selbsterfahrung (KT/ TF) in der Kleingruppe (Sonderpreise für StudentInnen)
  • Supervision-Einzeltermine nach Vereinbarung
  • Supervision-Gruppentermine finden Sie hier

Zielgruppe

Die Methode ist einsetzbar bei Kindern ab ca. 4 Jahren und kann durchgehend bis ins Erwachsenenalter angewendet werden. Die Arbeit am Tonfeld ® findet Anwendung als Entwicklungsbegleitung bei Schul- und Lernbeeinträchtigungen, bei Konzentrationsstörungen, Unruhe, AD(H)S, bei Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Aggression, Gehemmtheit, Autismus), bei Sprachstörungen oder Sprachverzögerungen, sowie bei Schwierigkeiten und Auffälligkeiten im motorischen Bewegungsablauf.
Des Weiteren unterstützt die haptisch gestaltbildende Methode die Verarbeitung von schwierigen Lebens- oder Beziehungssituationen, wie bspw. Krankheit, Verlust, Trennung. Begleitung und Unterstützung von Pflegekindern und deren Familien. Begleitung und Unterstützung in Krisensituationen, in Neuorientierungsphasen, bei Ängsten , sowie bei der Trauerarbeit.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Wie wissenschaftliche Studien nahe legen, besitzt die Haptik als Teil der sinnlichen Wahrnehmung Einfluss auf die Steuerung und Ausführung der Selbstwahrnehmung und emotionalen Regulierung. In der Haptik sind Bewegung und Wahrnehmung miteinander in einem Regelkreis verknüpft. Darin aktivieren und regulieren sie sich gegenseitig und führen zur Entwicklung im Sinne eines „fortrollenden Werdens“ (Viktor von Weizsäcker). Der körperlich- haptische Bereich findet in den Wissenschaften immer mehr Beachtung und kann als ein vorsprachlicher Bereich menschlicher Wahrnehmungsorganisation an der Schnittstelle zwischen Soma und Psyche bezeichnet werden (Günter). Die Arbeit am Tonfeld ® untersucht und behandelt systematisch den Aufbau der Haptik. Sie versteht sich als Entwicklungsbegleitung, die die Konstruktion der Wahrnehmung und Fähigkeit zur emotionalen Selbstregulierung über das Greifen, Berühren und Tasten aufgreift. Bei der Arbeit am Tonfeld ® wird die Suche nach ureigensten authentischen Bewegungen und elementaren Berührungsbedürfnissen unterstützt, dadurch entsteht die Möglichkeit, an sehr frühe vorsprachliche Gefühlsentwicklungen anzuknüpfen und diese auf der Körperebene unmittelbar während des eigenen Handelns und Fühlens zu sättigen, zu beruhigen und diese tiefgreifend zu verankern.